Umsichtig vorsorgen

Errichtet man ein Testament, kann man auch einen Testamentsvollstrecker bestimmen. Dieser wickelt den Nachlass im Todesfall ab. Der Testamentsvollstrecker wird vom späteren Erblasser ernannt. Häufig geschieht dies, um nach dem Tod Streit zwischen den Erben zu verhindern.

Testamentsvollstreckung

Die Ernennung eines Testamentsvollstreckers ist gute Tradition hanseatischer Kaufleute. Derjenige, der das Testament errichtet (Testator oder Erblasser genannt), wählt eine Person seines unbedingten Vertrauens für dieses Amt aus. Der Testamentsvollstrecker hat eine starke Rechtsmacht, aber auch eine hohe Verantwortung. Seine Hauptaufgabe ist es, den Willen des Verstorbenen so genau wie möglich umzusetzen.

Der Testamentsvollstrecker regelt alles rund um die Umsetzung des Testaments: Er wickelt den Nachlass ab, erledigt steuerliche Angelegenheiten und alle Bankgeschäfte.

Der Vorteil einer Testamentsvollstreckung: Der Testator weiß, dass sein Vermögen nicht ungeregelt in die Hände der Erben gerät. Er kann im Einzelnen festlegen, was damit geschehen soll. Der Testamentsvollstrecker muss diesen Willen beachten. Die Erben haben nun keine direkten Reibungsflächen mehr untereinander und werden nicht mit komplizierten erbrechtlichen Abläufen belastet oder überfordert. Das kann gerade bei innerfamiliären Konflikten entlastend sein.

Einen Testamentsvollstrecker sollte man auch dann einsetzen, wenn man einzelne Erben in ihrer Position stärken möchte. Das können zum Beispiel Kinder aus erster Ehe oder zweite Ehepartner sein. Gerade in Patchworkfamilien sind die Konfliktlinien vorgezeichnet. Aber auch der Schutz des finanziell unerfahrenen Erben gehört dazu. Ein besonderes Augenmerk gilt auch überschuldeten Erben oder ´Problemkindern`, die vor dem Zugriff anderer auf das Erbe besonders geschützt werden müssen.

Wer kann Testamentsvollstrecker werden?

Jeder voll geschäftsfähige Erwachsene kann als Testamentsvollstrecker benannt werden. Es ist jedoch sinnvoll, auf gewisse Fähigkeiten oder Qualifikationen zu achten:

  • das unbedingte Vertrauen des Erblassers,
  • Bereitschaft und Fähigkeit, sich in Papiere und geschäftliche Unterlagen einzuarbeiten,
  • Grundkenntnisse in rechtlichen Fragen,
  • der Wille, sich über juristische Fallstricke zu informieren,
  • und nicht zuletzt: Lebenserfahrung.

Bei der Gestaltung einer letztwilligen Verfügung sollte immer erwogen werden, einen Testamentsvollstrecker einzusetzen. Die Sorge, dieser sei zu teuer, ist unbegründet. Im Hinblick auf mögliche spätere juristische Auseinandersetzungen zwischen den Erben, ist eine Testamentsvollstreckung meist die günstigere Wahl. 

Ihr kompetenter Ansprechpartner mit jahrelanger Praxiserfahrung als Testamentsvollstrecker:

Dr. Michael Purrucker

„Mit einem Testamentsvollstrecker haben die Erben untereinander keine Reibungsflächen. Das kann Auseinandersetzungen verhindern.“